
Lienen - Unglaublich: Mehr als 100000 Besucher hat der Barfuß-Park nach Lienen gelockt. Damit hat sich die durch Bürger-Engagement geschaffene Anlage zu einem touristischen Edelstein entwickelt. Glänzend, wertvoll und auffallend.
„Ein Aushängeschild für den Tourismus“, urteilt Dr. Edgar Klinger. Der Vorsitzende des Vereins Ortsmarketing (OM) Lienen freut sich - natürlich - über den Erfolg, übersieht jedoch auch die Schattenseiten nicht. Da hat in diesem Jahr die wilde Parkerei auf der Parkstraße und der Diekesbreede sowie das (oft gedankenlose) Grillen zu Krach mit den Anwohnern geführt.
Die Verkehrssituation ist durch eine bessere Ausschilderung von den Parkplätzen zur Strecke deutlich verbessert worden, jedoch noch nicht optimal. Das weiß auch Klaudia Lübke. Die Managerin des Barfuß-Parks, die den Job Anfang 2010 übernommen hat, möchte im nächsten Jahr weitere Verbesserungen erreichen. In Abstimmung mit der Gemeinde. „Wir arbeiten hervorragend zusammen.“,
Derzeit „kein Thema“ (Klinger) ist die vor Monaten angedachte Übernahme des Barfuß-Parks durch die Gemeinde. Entsprechende Strömungen hatte es beim Betreiber, dem Ortsmarketing, gegeben. Klinger tastet sich vorsichtig auf dieses Terrain: „Es zeichnen sich gute Lösungen ab.“ Doch wie die aussehen könnten, darüber schweigt er sich (noch) aus. Erst soll alles in „trockenen Tüchern“ sein, ehe die Öffentlichkeit informiert wird.
2010 ist von personellen Veränderungen, einem riesigen Besucherandrang und Diskussionen um die Zukunft der weit über die Grenzen Lienens hinaus bekannten Einrichtung geprägt gewesen. „Eine Schließung wäre völlig abwegig“, ist für den Vorsitzenden klar.
Dennoch kann es sein, dass im kommenden Jahr auf Sparflamme gefahren werden muss. Grund ist der Bau der Dorfentlastungsstraße. Das führt dazu, dass die ebenso idyllische wie ruhige Strecke nördlich der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) nicht mehr genutzt werden kann. Seit einigen Wochen steht nur noch die kleine Runde zur Verfügung.
Würde die Route beibehalten, müsste die (später viel befahrene) Straße zweimal gequert werden. Barfuß mit Kindern und auf heißem Asphalt, keine schöne Sache. „Das geht eigentlich nicht. Wir müssen mit der Gemeinde nach einer neuen Streckenführung suchen“, ist Edgar Klinger überzeugt. „Die positive Reputation der Anlage dürfen wir nicht durch Schnellschüsse kaputt machen.“
So sieht das auch Klaudia Lübke: „Das müssen wir in Ruhe überlegen.“ Auf keinen Fall wird der Wasserspielplatz betroffen sein. Ortsmarketing wünscht sich auf jeden Fall einen schönen Pflanzgürtel, der die Umgehung vom Barfuß-Park trennt. Bis Bäume und Sträucher eine gewissen Höhe haben, kann einige Zeit vergehen. Flagge zeigen Klinger und Lübke, wenn sie auf ein Verbot hinweisen: Künftig wird nicht mehr gegrillt.“ Ansonsten hat der Verein Ortsmarketing aus Fehlern gelernt.
Dennoch wird auch im Winter die Strecke hin und wieder abgegangen und gepflegt. Klaudia Lübke: „Selbst bei Schnee laufen einige Leute barfuß.“