
Lienen - Hückeswagen im Bergischen Land, Attendorn im Sauerland und Nettetal am Niederrhein haben ihn schon erlebt: Den fröhlichen Ausnahmezustand in der eigenen Stadt beziehungsweise Gemeinde - zusammen mit WDR 2. Auch Lienen will´s versuchen.
Viele hochkarätige Stars, ein großes Open-Air-Konzert und tausende Gäste aus ganz Nordrhein-Westfalen: Auch in diesem Jahr wird eine Stadt einen unvergesslichen Tag mit WDR 2 gewinnen.
Auf der großen Bühne des Sommer-Open-Airs werden die Weltstars Duffy, Milow, Alphaville, Paloma Faith und Sunrise Avenue stehen. Als nationale Band wird die Hamburger Gruppe Selig in der Gewinnerstadt rocken.
Aber bis es soweit ist, muss es Lienen zunächst einmal unter die zehn Finalstädte schaffen. Dafür sind Unterschriften nötig. „6000 bis 7000 sollten es schon sein“, schätzt Dr. Martin Hellwig. Der Bürgermeister will sich richtig ins Zeug legen, dass das klappt.
Wie es geht? „Jede Stadt, die WDR 2 für sich haben möchte, muss so viele Menschen und Stimmen wie möglich mobilisieren“, sagt Programmchefin. Entscheidend für den Einzug ins Finale ist nämlich das Verhältnis zwischen der Anzahl der Stimmen und der Einwohnerzahl.
Also liegen in Lienen und Kattenvenne in Einzelhandelsgeschäften, Gaststätten und Banken Unterschriftenlisten aus. Auch Vereine und Verbände sollen ihre Mitglieder mobilisieren. Auch Nicht-Lienener können unterschreiben oder im Internet ihre Stimme abgeben. Die Gemeinde ist der erste Ort, der bei Facebook dafür eine entsprechende Seite angelegt hat. Eine Anschrift auf der Unterschriftenliste ist nicht erforderlich. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Allerdings: Es sollte nur einmal unterzeichnet werden.
Anja Schmidt („Auf Hochzeits- und anderen Familienfeiern sollten Listen ausliegen“) von der heimischen Tourist-Information hofft auf eine gute Beteiligung. „Die Resonanz bislang ist gut“, sagt ein optimistisch gestimmter Martin Hellwig, wenngleich er die starke Konkurrenz nicht verkennt.
Da kommt Hilfe aus Werther und Versmold recht gelegen. Mit Lienen im Boot versuchen die drei Starter zwei Finalisten durchzubekommen. „Einer soll daraus als Sieger hervorgehen“, hofft Rainer Stodieck auf einen Erfolg der Allianz. Der Kommunikationswirt aus Halle (Westfalen) hat gleich 100 Stimmen aus Werther für Lienen mitgebracht. Natürlich rechnen sich Werther und Versmold eine entsprechende Gegenleistung aus.
Am 3. März werden die Listen eingesammelt. Im Internet kam bis zum 5. März (24 Uhr) abgestimmt werden. Für Stodieck ist klar: „Lienen und Kattenvenne müssen zusammenwachsen. Nur gemeinsam hat man eine Chance.“ Diesen Zusammenhalt wünscht sich natürlich auch der engagierte Bürgermeister.
Nur eine Stadt kann gewinnen. Je besser die Stadt oder Gemeinde zusammenhält, umso größer die Chance auf den Gewinn, das große Sommer-Open-Air. Kleine Orte, so der WDR, haben die gleichen Chancen wie ihre großen Nachbarn.
Reiner Stodieck geht noch einen Schritt weiter: „Es gibt einen Vorteil für kleine Kommunen.“ 2010 haben sich von den knapp 400 nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden 150 beteiligt. Schafft es Lienen? „Ich bin sehr gespannt“, freut sich Martin Hellwig auf die Herausforderung.